Exhibit 12: Het Von Schlieffenplan (4)

(Denkschrift von Schlieffen no 2:Berlin, December 1905)

Denkschrift des verewigten Generalfeldmarschalls Graf Schlieffen. Letzte Niederschrift vom 28. Dezember 1912. nr.2

Geheim.

2; Der Dreibund ist aus einem Bündnis Deutschlands und Österreich-Ungarns hervorgegangen. Beide Mächte fühlten sich durch Rußland bedroht: Österreich wegen ernster politischer Differenzen, die sehr wohl zu einem Kriege führen konnten, Deutschland wegen persönlicher Verstimmungen, die aber der traditionellen Freundschaft gewichen wären, durch den Abschluß eines Bündnisses mit dem Gegner Rußlands nur eine Verschärfung erhielten. Das Bündnis war durchaus defensiv gedacht, sollte aber eintredenfalls offensiv zur Ausführung kommen.

In damaliger Zeit war die russische Armee auf den weiten Raum des Reiches verteilt, das Eisenbahnnetz durchaus unzureichend. In der ersten Periode eines Krieges wäre es daher nur möglich gewesen, einen Teil der Armee in Polen auf dem rechten Weichselufer zu versammeln. Gegen diesen Teil wollten die Verbündeten von Norden und Süden vorgehen, um ihn in der Mitte des Landes zu zerdrücken.

Während die beiden Verbündeten sich dieser angenehmen Aussicht noch erfreuten, wurde ruchbar, daß Rußland seine im Osten untergebrachten Korps nach Westen zöge und die Aufstellung einer Armee am Niemen in der linken Flanke der Deutschen und an der Ostgrenze von Galizien in der rechten Flanke der Österreicher vorbereitet. Österreich beabsichtigte zunächst seine Flanke frei zu machen und bis dahin die Offensive nach Polen hinein aufzuschieben. Um nicht allein in dieses  Land hineizugeraten, blieb Deutschland nichts übrig als dem Beispiel seines Bundesgenossen zu folgen. Es entstanden damit zwei ganz getrennte voraussichtliche Kriegsschauplätze: der eine in Ostgalizien, der andere in Ostpreußen nebst den hier und dort angrenzenden russischen Provinzen.

Österreichs Aufgabe, das nur die kleinere Hälfte der russischen Armee gegen sich hatte, war verhältnismäßig leicht. Es konnte immer noch Kräfte erübrigen, um seine Zwecke auf der Balkanhalbinsel zu verfolgen. Deutschland dagegen hatte es nicht nur mit der größeren Hälfte der russischen Armee, sondern, wie sich bald herausstellte, auch mit der französischen zu tun.

Ein Ausgleich dieses Mißverhältnisses durch Italien, das dem Bündnis beigetreten war, wäre möglich gewesen. In der Tat wollte diese Macht in der Hoffnung, Nizza und Savoyen wieder zu gewinnen, die Alpen überschreiten, in Mittel- und Südfrankreich einfallen und dadurch Deutschland um einen großen Teil des französischen Heeres entlasten. Der Plan mußte aufgegeben werden, nachdem Frankreich sämtliche Alpenpässe befestigt hatte. Um sich doch noch an dem mit Sicherheit erwarteten deutsch-französischen Kriege zu beteiligen, wollte Italien einige Korps auf österreichischen und süddeutschen Eisenbahnen an den Oberrhein heranführen, um sich mit Deutschland zu einem gemeinschaftlichen Heereszug zu verbinden. Auch dieser Plan wurde nach einiger Zeit wieder aufgegeben, weil es bedenklich schien, einen großen Teil der Armee außer Landes zu schicken, während doch die Franzosen ihrerseits über die Alpen in das Po-Tal einbrechen konnten.

So trat Italien, wenigstens als tätiges Mitglied, aus dem Dreibund aus. Österreich hielt sich fern auf gesondertem Kriegsschauplatz. Deutschland dagegen stand der größeren Hälfte des russischen und der ganzen französischen Armee ohne jede Unterstützung gegenüber.

Wenn diese beiden Feinde von Osten und Westen vorgingen, geriet Deutschland sicherlich in eine bedenkliche Lage. Aber weder der eine noch der andere wagte den entscheidenden Schritt zu tun. Jeder von beiden fürchtete, daß der andere ihn im Stich lassen oder zu spät kommen und er selbst sich die ganze deutsche Armee auf den Hals laden würde. Hinter Festungen, Flüssen, Gebirgen und Sümpfen geborgen, lauerten beide auf den frei dastehenden schwächeren Gegner, der ganz allein auf sich angewiesen war.

So war es nicht der Dreibund, sondern einzig die deutsche Armee, die Rußland wie Frankreich gebannt hielt und verhinderte, daß ersteres Österreich, letzteres Italien seine Überlegenheit fühlen ließ. Der Frieden in Europa wurde erhalten. Es war nicht von Bedeutung, daß Italien, durch die französischen Alpenbefestigungen an jedem Angriff auf Frankreich verhindert, seinem Vergrößerungstrieb nunmehr gegen Österreich luft zu machen suchte. Nachdem nun auch die Österreicher ihre Alpenübergänge befestigt hatten, sahen sich die Italiener genötigt, auch hier ihre Eroberungsgelüste aufzugeben.

Die Macht und das Ansehen der deutschen Armee bewährte sich 1905 und 1909. Weder Frankreich noch Rußland wollten zu den Waffen greifen, sobald Deutschland über seinen Entschluß, den Kampf aufzunehmen, keinen Zweifel ließ. Dieser günstige Zustand änderte sich 1911. Englands Drohung, mit 100.000 Mann Frankreich zu Hilfe zu kommen, lähmte die deutsche Entschlossenheit. Vor dem ausgesprochenen Willen Deutschlands, nötigenfalls die Armee einzusetzen, hätte England 1911 ebensogut nachgegeben, wie Frankreich 1905 und Rußland 1909 nachgegeben hatten. Da aber diesmal Deutschland nachgab, so war der Zauber gebrochen, der bisher seine Armee als unüberwindlich hatte erscheinen lassen. Auch die Heeresreform von 1912, die fast nur Organisations- aber keine Machtveränderungen brachte, konnte das eingebüßte Ansehen nicht wiederherstellen. Nicht Deutschlands Zusage, dem verbündeten Österreich beizustehen, hat jetzt den Frieden gebracht, sondern allein der Wille Englands, das aus wirtschaftlichen Gründen einen Weltkrieg zu vermeiden wünscht.

Daß der Wille Englands nicht dauernd maßgebend bleibt und daß Deutschland noch einmal die für sein wirtschaftliches Gedeihen notwendige Machtstellung wiedergewinnt, ist zu hoffen. Ohne Krieg wird dies schwerlich möglich sein. Wie ein solcher entstehen wird, bleibt dahingestellt. Wie er zu führen ist, muß Deutschland überlassen bleiben. Seine Pflichten als Mitglied des Dreibundes hat es dadurch erfüllt, daß es sich Rußland zum Feinde gemacht, von dem es durch keine widersprechenden Interessen getrennt war und von dem es nichts Begehrenswertes erhalten konnte und daß es die größere Hälfte des russischen Heeres auf sich zieht. Damit steht es inmitten zweier starker Gegner.

In einer solchen Lage hat Moltke 1866 nicht eine Armee am Rhein gegen Frankreich stehenlassen, nicht eine zweite Armee gegen Süddeutschland geschickt, um sich mit der schwachen dritten von Österreich schlagen zu lassen. Und er hat 1870 keine Observationsarmee gegen Österreich zurückgelassen, sondern sich mit allen verfügbaren Streitkräften die Überlegenheit gegen Frankreich gesichert.

Was Frankreich 1866, Österreich 1870 zum Kriege hätte veranlassen können, wäre eine kleine deutsche Armee am Rhein oder in Oberschlesien und die Aussicht auf einen billigen Sieg gewesen.

Das Fehlen jedes Gegners drängt erfahrungsgemäß dazu, abzuwarten, erst zuzusehen, wie es den Verbündeten ergehen wird, und Frieden zu verkünden, sobald jener einen Unfall erlitten. Sollte aber doch der unberücksichtigte Gegner in das freigegebene Land einrücken, so war Friedrich der Große schließlich der Ansicht, es sei besser, eine Provinz zu sakrifizieren, ‘als die Armee, mit der man siegen will und muß, zu teilen!’

Ganz Deutschland muß sich auf einen Gegner werfen, auf denjenigen, der der stärkste, mächtigste und gefährlichste ist, und das kann nur Frankreich-England sein!

Österreich mag ohne Sorge sein: die russische gegen Deutschland bestimmte Armee wird nicht nach Galizien marschieren, bevor nicht die Würfel im Westen gefallen sind. Und das Schicksal Österreichs wird sich nicht am Bug, sonder an der Seine entscheiden!

Frankreich will gegen Deutschland eine Stellung verteidigen, die sich nahe seiner Grenze von Belfort, an der oberen Mosel entlang, bis Toul erstreckt, von dort dem Laufe der Maas bis Verdun folgt und sich an das neutrale belgische Gebiet etwa bis Montmedy anlehnt. Vor dieser Stellung werden noch besetzt sein: die Übergänge über die Vogesen, das befestigte Nancy, Manonvillers, die Höhen auf dem rechten Maasufer zwischen Toul und Verdun sowie Longwy. Sollte es den Deutschen gelingen, den linken Flügel dieser Stellung einzudrücken, so werden sie den Feind noch immer hinter der Maas zwischen Verdun und Mézières finden. Unterhalb dieser Stadt ist der Fluß schwer zugänglich. Der erste, weiter nördlich vorhandene Übergang von Bedeutung ist durch die Festung Givet geschlossen. Die Deutschen können daher nicht darauf rechnen, ohne ernsteste Kämpfe über die Maas zu kommen, solange sich diese auf französischem Gebiet befindet. Jenseits Givet tritt der Fluß nach Belgien über. Dieses Land gilt als neutral, ist es aber in der Tat nicht. Es hat vor mehr als dreißig Jahren Lüttich und Namur zu starken Festungen gemacht, um Deutschland ein Eindringen in sein Gebiet zu verwehren, gegen Frankreich aber seine Grenze offen gelassen. Die Franzosen können daher nach Belieben die Besatzung der Stellung verstärken, welche die Belgier zwischen jenen beiden Festungen einnehmen zu wollen scheinen. Auch die Engländer können zur Stelle sein. Sie haben 1911 gedroht mit 180.000 Mann in Antwerpen zu landen. Diese Stadt ist auf der Landseite stark befestigt. Es ist aber nicht anzunehmen, daß die Holländer ihre Scheldebatterien gegen die Engländer in Tätigkeit bringen werden, von deren Gnade und Ungnade ihre Kolonien abhängig sind. Über Antwerpen, im Notfalle aber auch über Dünkirchen, können sich also Engländer mit Belgiern und Franzosen in Stellung Lüttich-Namur vereinigen. Von dort vermögen alle drei oder zwei von ihnen nicht nur einen deutschen übergang über die Maas zwischen Givet und Lüttich zu verhindern, sondern auch einen deutschen Angriff auf die französische Stellung Belfort-Mézières in wirksamster Weise zu flankieren.

Die Deutschen sind daher gezwungen, wollen sie nicht eine empfindliche Niederlage erleiden, die der französischen Stellung von den Belgiern angehängte  Offensivflanke anzugreifen. Dies kann nur derartig geschehen, wenn eine deutsche Armee frühzeitig unterhalb Lüttich über die Maas geht und dann links schwenkend auf dem linken Ufer der Maas und Sambre in Belgien und Frankreich eindringt, während eine zweite Armee zwischen Givet und Namur auf dem rechten üfer jener Flüsse den Angriff unterstützt, eine dritte Armee gegen die Strecke Mezieres-Verdun, eine vierte gegen die Front Verdun-Belfort vorgeht.

Zu einem so ausgedehnten Angriff bedarf man einer zahlreichen Armee. Die deutschen Korps sind bei einer Marschkolonnenlänge von 29 km ohne Trains sehr schwerfällig geworden. Man könnte sie teilen und jede Hälfte als ein neues Korps behandeln, wenn nicht die Stärke der Infanterie in einem zu ungünstigen Verhältnis zu demjenigen der Artillerie stände. Da den Reservedivisionen dagegen zu wenig Artillerie im Verhältnis zur Infanterie zugeteilt ist, so ließe sich vielleicht durch eine Verbindung von Armeekorps und Reservedivisionen eine günstigere Heeresgliederung herbeiführen. Die 24 Bataillone, 144 Geschütze (ohne schwere Artillerie), eines Korps und die 12 Bataillone, 36 Geschütze einer Reservedivision ergeben 36 Bataillone

180 Geschütze, von denen erstere durch Jägerbataillone, überzählige Infanteriebrigaden-Regimenter und Reserve- Bataillone nötigenfalls auf 40 gebracht werden können. Die Hälfte davon würde jede Division auf

20 Bataillone (4 Brigaden zu je 5 Bataillone) und

90 Geschütze

Auf eine Stärke bringen, die derjenigen der Korps von 1870 nahezu entspricht, diese aber an Feuerkraft, ohne Maschinengewehre und schwere Artillerie zu rechnen, weit überragt.

Man wird vielleicht diese Mischung von aktiven und Reservetruppen für bedenklich halten. Sie besteht indessen schon gegenwärtig: mit 25 Armeekorps sollen 11 Reservekorps in vorderer Linie, im allgemeinen mit gleichen Aufgaben, aber mit ungleichen Mitteln verwendet werden. An Stelle dieser 36 Korps würden in Zukunft 51 (für die Garde drei gerechnet) gleichmäßig gegliederte und gleichwertige Divisionen, gegen den Feind geführt werden können.

Bei jeder Division würden 12 aktive Bataillone den eigentlichen Kampf durchführen und in einem zweiten Treffen von 8 Reservebataillonen den nötigen Rückhalt finden.

Mit 51 den früheren Korps entsprechenden Divisionen kann die ganze Linie Belfort-Nymwegen angegriffen werden.

Da die Franzosen sich früher rein defensiv verhalten wollten, war es möglich, den Angriff auf einen Teil der gesamten Linie zu beschränken. Da sie jetzt aber von offensiven Gedanken erfüllt sind, muß man annehmen, daß der nicht angegriffene Teil zur Offensive vorgehen wird. Um dem zu begegnen, wäre ein Zurückhalten von starken Reserven erforderlich, die man einfacher, um selbst die Initiative zu ergreifen, gleich von vorneherein zum Angriff verwenden kann.

Die Niederlande sind auf eine Umgehung der Stellung Namur-Lüttich vorbereitet. Sie wollen die Maaslinie mindestens bei Maastricht verteidigen. Auf der ganze Strecke von Lüttich bis zum Waal gibt es, wenn auch nur je drei Straßen- und Eisenbahnbrücken vorhanden sind, doch eine nicht unbedeutende Zahl  von Übergangsstellen, welche sämtlich zu verteidigen die niederländische Armee kaum ausreichen dürfte. Bei sorgfältiger Vorbereitung (schon im Frieden!) wird es gelingen, zunächst einen und damit alle Übergänge zu gewinnen, um mit ebensovielen Kolonnen die Maas zu überschreiten.

Beim weiteren Vorgehen ist zunächst Deckung gegen die Niederlande und gegen eine Landung auf niederländischem Gebiet nötig. Sie erfolgt am einfachsten durch eine Division, welch nördlich des Waal bis zur befestigten Wasserlinie Naarden-Utrecht-Gorinchem, und durch eine zweite Division, die südlich des Waal bis zu den Maas- und Scheldeniederungen von Gertruidenberg bis zum Übergang auf das Bijerland vordringt. Zur Einschließung von Antwerpen werden zwei, zu derjenigen Lüttichs und Namur auf dem linken Maasufer eine erforderlich sein. Jenseits der Enge von Antwerpen-Namur folgt der linke Flügel der Armee dem linken Sambreufer auf St. Quentin, während der rechte, um Raum zum Aufmarsch zu schaffen, die Richtung über Gent auf St. Omer und weiter auf Abbéville nimmt. Ein dem rechten Flügel folgendes Korps übernimmt die Deckung gegen Dünkirchen, Gravelines, Calais und Boulogne und eine Landung an dieser Küste. Da auch noch Lille und Maubeuge eingeschlossen werden müssen, so würden auf dem rechten Heeresflügel 8 bis 9 Divisionen vor Festungen pp. Verwendet werden müssen.

Um diesen Verlust zu ermäßigen, wird es sich empfehlen, die belgische Regierung vor die Wahl eines Bombardements der befestigten Städte, namentlich  Lüttichs, sowie einer erheblichen Kontribution – oder der Auslieferung sämtlicher Festungen, Eisenbahnen und Truppen zu stellen. Um aber nötigenfalls das angedrohte Bombardement zur Wahrheit werden zu lassen, muß die schwere Artillerie dementsprechend ausgerüstet werden. Das wird sich auch im weiteren Verfolg des Feldzuges als erforderlich zeigen. Schon die große Industriestadt Lille wird sich als vorzügliches Objekt für ein Bombardement erweisen.

Zur Einschließung der nicht übergetretenen Festungen, zur Besetzung des eroberten Landes und zur Sicherung der rückwärtigen Verbindungen folgen der Armee sobald wie möglich die Landwehr, die Ersatztruppen und, da diese nicht ausreichen werden, der mobilisierte Landsturm.

Südlich der Maas geht in gleicher Höhe mit der ersten eine zweite Armee von acht Divisionen vor, die mit einer Division Lüttich und Namur auf der Südseite einschließt, zwischen Namur und Mézières die Maas überschreitet, mit dem rechten Flügel dem rechten Sambreufer folgt, eine Division vor Maubeuge läßt und die Richtung auf St. Quentin, mit dem linken diejenige auf Rethel nimmt.

Die dritte Armee geht mit fünf Korps durch den südlichen Teil von Belgien und durch Luxemburg gegen die Maas zwischen Mézières und Verdun vor.

Die vierte Armee greift mit sechs Korps die Front Verdun-Belfort an und lehnt ihren linken Flügel an das Gebiet von Porrentruy der neutralen Schweiz an. Bei diesem Angriff kann es sich Belfort und Epinal gegenüber um nicht viel mehr als eine Abschließung der Ostseite handeln. Gegen die Forts der oberen Mosel, gegen die Lücke zwischen Epinal und Toul sowie gegen die Höhenstellung zwischen dieser Festung und Verdun muß belagerungsmäßig vorgegangen werden. Die Befestigungen um Nancy können durch die Androhung oder durch die Ausführung eines Bombardements der Stadt zu Falle gebracht werden. Im Falle des Gelingens würden die Deutschen in Besitz der von Meurthe und Mosel umspülten Hochfläche Toul gegenüber gelangen. Ein Durchbruch der stark besetzten Stellung Belfort-Verdun ist aber erst zu erhoffen, wenn die dritte Armee die Maas überschritten hat, und dies wiederum wird erst gelingen, wenn die zweite und erste Armee die französische Grenze überschritten haben.

Ein glücklicher Durchmarsch durch Belgien auf beiden Ufern der Maas ist also die Vorbedingung eines Erfolges. Er wird ohne Zweifel gelingen, wenn nur die belgische Armee ihn zu hindern sucht. Er wird aber sehr schwierig sein, wenn die englische, vielleicht auch ein Teil der französischen Armee zur Stelle sind. Der Raum zwischen Antwerpen und Namur ist so wenig ausgedehnt, daß er wohl von der englischen und belgischen, nötigenfalls unter Zuhilfenahme einiger französischer Korps, gesperrt werden könnte. Dann müßte das Vordringen der zweiten Armee auf dem rechten Sambreufer Luft schaffen. Findet auch diese die Maas zwischen Namur und  Mézières gesperrt, so könnte nur ein Angriff auf die gesamte Front und ein Durchbruch an einer durch zahlreiche schwere Artillerie vorbereiteten Stelle Hilfe bringen.

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