Bijlage 6: Telegramm Entzifferung

(Nr. 10538 v. Schoen, Kaiser Wilhelm II z. Z. in Kortu, an den Reichskanzier von Bethmann Hollweg)

Nr. 18 Achilleion den 22. April 1911

Erhalte soeben das wohl auch Ihnen bekannte Wolif-Telegramm über Niedermetzelung der marokkanischen Garnison in Fes and Flucht des Sultans in franzôsisches Konsulat. Falls sich Nachricht bewahrheitet, werden Franzosen wohl, wie Cambon Ihnen schon andeutete, gröszere militärische Expedition nach Fes unternehmen müssen. Uns kann es nur recht sein, wenn Franzosen sich mit Truppen and Geld tüchtig in Marokko engagieren, und ich bin der Ansicht, dasz es nicht in unserem Interesse liegt, dies zu verhindern. Verstoszen die Franzosen dabei gegen die Bestimmungen der Algecirasakte, so können wir es zunächst den anderen Mâchten, vor allem Spanien, Uberlassen, dagegen zu protestieren.

Vermutlich wird bei uns wieder der Wunsch nach Entsendung von Kriegsschiffen laut werden. Mit Kriegsschilfen können wit aber, da Tanger nicht bedrohtst, sondern das Aktionsfeld im Innern liegt, nichts ausrichten. Ich bitte Sie daher einem etwaigen Geschrei nach Kriegsschiffen von vornherein entgegenzutreten.


Wilhelm I.R

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